Behandlung der Pudendusneuralgie mit der Beckentherapie Bruckmann

Behandlung der Pudendusneuralgie mit der Beckentherapie Bruckmann

Pudendusneuralgie: Was ist das? Was sind Ursachen? Welche Behandlungsmöglichkeiten?

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Die Kurse basieren auf meinem Buch „Unter der Gürtellinie“, das 2020 im Droemer-Knaur -Verlag erschien. Kurs und Buch beinhalten fast zehn Jahre Erfahrung in der Behandlung muskulär bedingter Beschwerden im urogenitalen Bereich nach dem Konzept der Pohltherapie® sowie auf dem Buch gemeinsam mit Tilo Mörgen geschrieben: "Rückenschmerzen selbst behandeln mit der Pohltherapie" erschienen 2021 im Droemer-Knaur-Verlag. 

Buch Unter der Gürtellinie von Renate Bruckmann – Beschwerden im urogenitalen Bereich körpertherapeutisch behandelnBuch: Unter der Gürtellinie

Autor(in): Renate Bruckmann

Unerklärliche Beschwerden im urogenitalen Bereich körpertherapeutisch verstehen und behandeln.

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Radiobeitrag im SR3 vom 28.02.2022

renate bruckmann therapeutin

Radiointerview im SR3 vom 28.02.2022 von Renate Wanninger mit der Pohltherapeutin Renate Bruckmann zum Thema
"Hilfe bei Beschwerden im urogenitalen Bereich".

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Was sind Ursachen der Pudendusneuralgie? Wie kann man diese manuell behandeln?

Von Renate Bruckmann (Fachbuchautorin, Pohltherapeutin, Heilpraktikerin)

Immer mehr Patientinnen und Patienten kommen in unsere Praxen in Saarbrücken und Neustadt an der Weinstraße zu einer Behandlung nach der Pohltherapie® bzw. Beckentherapie Bruckmann, nachdem sie die Diagnose Pudendusneuralgie erhalten haben. Nicht wenige haben außerdem durch eigene Recherchen die Vermutung, sie könnten daran leiden, wenn Urologie, Gynäkologie oder Proktologie keinen organischen Befund festgestellt haben. Neben der schulmedizinischen Versorgung können körpertherapeutische Verfahren wie die Pohltherapie® helfen, den betroffenen Pudendusnerv mechanisch zu entlasten und die Beschwerden nachhaltig zu lindern.

Häufige Fragen (FAQ) zur Pudendusneuralgie & unserer manuellen Therapie (hier aufklappen)
Was ist eine Pudendusneuralgie?
Bei einer Pudendusneuralgie (Pudendus-Syndrom) wird der Nervus pudendus im Becken gereizt, eingeengt oder eingeklemmt. Dies führt zu starken, oft brennenden, stechenden oder elektrisierenden Schmerzen im Damm-, Genital- oder Analbereich, die sich typischerweise im Sitzen verschlimmern. Begleitsymptome können Taubheitsgefühle, Fremdkörpergefühle im Rektum oder in der Vagina, quälender Harndrang oder eine schmerzhafte Verkrampfung der Beckenbodenmuskulatur sein.
Welche Ursachen stecken hinter der Reizung des Pudendusnervs?
Dauerhafte Nervenverletzungen sind selten. Viel häufiger entsteht der Druck auf den Nerv durch chronisch angespanntes Muskel- und Fasziengewebe im Gesäß und Beckenboden (z. B. im M. piriformis oder im M. obturatorius internus entlang des Alcock-Kanals). Auslöser hierfür können langes Sitzen (im Büro oder auf einem unpassenden Fahrradsattel), Sport mit schnellen Richtungswechseln, Stürze, Operationen, chronische Verstopfung oder stressbedingte Fehlhaltungen sein.
Wie hilft die Pohltherapie® und Beckentherapie Bruckmann bei einer Pudendusneuralgie?
Die Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl® und die Beckentherapie Bruckmann setzen direkt an der muskulären und faszialen Einengung an. Durch präzise manuelle Techniken spüren wir die verhärteten Muskelstränge, Triggerpunkte und das verfestigte Bindegewebe entlang des Nervenverlaufs auf und machen sie wieder geschmeidig. So wird der Pudendusnerv vom mechanischen Druck befreit, die Durchblutung verbessert sich und die Schmerzen können nachhaltig abklingen.
Was kann ich bei starken Sitzbeschwerden im Alltag sofort selbst tun?
Nutzen Sie beim Sitzen eine weiche Unterlage (ein Sitzring eignet sich nur kurzfristig als Erste Hilfe), wechseln Sie häufig zwischen Liegen, Gehen und lockerem Stehen und starten Sie mit dem täglichen 25-minütigen Übungsprogramm aus unserem Buch "Unter der Gürtellinie" oder unseren Online-Kursen (viele Übungen lassen sich bequem im Liegen durchführen).
Kann ich bei einer Pudendusneuralgie weiterhin Radfahren?
Bei akuten Beschwerden sollte Druck auf den Damm vermieden werden. Lassen Sie sich im Fachgeschäft einen passenden Sattel anmessen, der den Dammbereich gezielt entlastet (Kosten meist unter 100 Euro). Wenn der Sattel passt und die Beckenmuskulatur durch die Behandlung wieder gelockert ist, ist schmerzfreies Radfahren meist Schritt für Schritt wieder möglich.

1. Was ist eine Pudendusneuralgie?

Die Pudendusneuralgie ist eine Nervenschmerzerkrankung (Neuralgie), die durch eine Reizung, Quetschung oder Verletzung des Pudendusnervs (Nervus pudendus) im Beckenbereich verursacht wird. Typische Symptome sind extremes Brennen, Stechen, Reißen oder das Gefühl von "elektrischen Schlägen" im Damm-, Genital- oder Analbereich, ein ständiges Fremdkörpergefühl im Rektum oder in der Vagina, quälender Harndrang (obwohl die Blase leer ist), starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Orgasmus sowie vielfältige Missempfindungen.

Verlauf des Pudendusnervs im Becken – 3D-Modell der Praxis Bruckmann Der Begriff Pudendusneuralgie setzt sich zusammen aus Pudendus (bezogen auf den Schamnerv, Nervus pudendus) und dem Wortteil Neuralgie (Nervenschmerzen). Der Pudendusnerv entspringt im Kreuzbeinbereich – also im unteren Rücken und tiefen Gesäß – aus einem Nervengeflecht (Plexus sacralis). Bei der Pudendusneuralgie wird eine Irritation durch mechanischen Druck oder eine Verletzung des Pudendusnervs angenommen, die Schmerzen und Funktionsstörungen auslösen kann. Die Diagnose wird im Rahmen schulmedizinischer Untersuchungen gestellt – oder als Ausschlussdiagnose vergeben, wenn organisch seitens der Urologie, Gynäkologie oder Proktologie kein Befund erhoben werden konnte.

2. Beschwerden bei Pudendusneuralgie

Die Beschwerden bei einer Pudendusneuralgie sind nicht einheitlich. Auch in der medizinischen Fachliteratur werden die Symptome recht unterschiedlich beschrieben, sodass deutlich wird, wie anspruchsvoll die Einordnung ist. Betroffene leiden vor allem unter:

  • Schmerzen und Missempfindungen im genitalen Bereich (Damm, Schamlippen, Vulva, Penis, Skrotum)
  • Ausgeprägten Sitzbeschwerden (Zunahme der Schmerzen beim Sitzen)
  • Problemen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang (Harndrang, Entleerungsstörungen, Fremdkörpergefühl)
  • Sexuellen Funktionsstörungen (Schmerzen beim oder nach dem Verkehr, Erektions- oder Ejakulationsbeschwerden)

Beschwerden im Unterbauch, im oberen Blasenbereich und im gesamten Gesäß werden manchmal ebenfalls dem Pudendusnerv zugeschrieben, obwohl diese Regionen anatomisch nicht direkt dem Versorgungsgebiet des Nervs entsprechen (wohl aber über muskuläre Spannungsketten eng damit zusammenhängen).

Sind die Beschwerden stark – wie bei vielen Betroffenen – und helfen klassische Schmerzmittel kaum oder gar nicht, ist die Lebensqualität massiv eingeschränkt: einerseits durch die Schmerzen selbst, andererseits durch die oft erfolglosen Vorbehandlungen und die damit verbundene Unsicherheit.

Psychische Belastung durch den Leidensweg: Da viele Betroffene kaum noch normal sitzen können, fallen Autofahrten, Büroarbeit, Restaurant- oder Kinobesuche oft flach. Verbunden mit der Erfahrung, dass das Beschwerdebild häufig nicht sofort erkannt wird ("Organisch ist alles in Ordnung, das ist nur Stress"), führt dies nicht selten zu Verzweiflung, sozialer Isolation und depressiver Verstimmung.

3. Ursachen für eine Pudendusneuralgie

Ursachen für Pudendusneuralgie – Unter der Gürtellinie – Praxis Renate Bruckmann Echte strukturelle Nervenverletzungen des Pudendusnervs sind vergleichsweise selten. In der medizinischen Fachliteratur werden Verletzungen nach Bestrahlungen des Beckens (etwa im Rahmen einer Tumorbehandlung), nach schweren Geburtsverletzungen (z. B. Dammrissen), nach Beckenfrakturen, nach chirurgischen Eingriffen (wie einer Kolpopexie) oder durch tiefe Hämatome im Gesäß (Einblutungen in die Muskulatur nach Injektionen) sowie Infektionen mit Herpes zoster beschrieben.

Solche einschneidenden Ereignisse liegen jedoch nur bei den wenigsten unserer Patientinnen und Patienten vor. Viel häufiger sind Irritationen durch mechanischen Druck auf den Nerv und seine Äste – ausgelöst durch chronisch verhärtete Muskeln und Faszien, die den Nerv auf seinem Weg durch das Becken einengen. Die gute Nachricht: Diese funktionellen, myofaszialen Ursachen sind reversibel und körpertherapeutisch meist sehr gut behandelbar.

4. Welche Verspannungen können den Pudendusnerv reizen?

Bei Irritationen des Pudendusnervs unterscheiden wir daher genau zwischen strukturellen Nervenläsionen und muskel- bzw. faszienbasierten Ursachen. Wenn ein harter, dauerhaft kontrahierter Muskelstrang mechanischen Druck auf den Nerv ausübt, irritiert dieser Druck die Nervenfasern und löst Schmerzreize oder Missempfindungen aus. Darüber hinaus kann der verspannte Muskelstrang selbst starke Schmerzen erzeugen, weil er schmerzhafte Triggerpunkte (Myogelosen) enthält – diese strahlen häufig exakt in dieselben Gebiete (Damm, Genitalien, Rektum) aus, die auch der Pudendusnerv versorgt.

Druck auf den Pudendusnerv – das steckt anatomisch dahinter:

Kompressions- oder Entrapment-Syndrome kennt man bereits von anderen Engpassstellen im Körper – zum Beispiel die Kompression des Ischiasnervs durch einen verspannten Piriformis-Muskel (M. piriformis). Da auch der Pudendusnerv direkt unterhalb des Piriformis-Muskels verläuft, kann ein chronisch verspannter Piriformis ebenso eine Kompression des Pudendusnervs auslösen (Travell & Simons, 2000; Roche et al., 2005).
Verspannungen im Piriformis entstehen häufig durch Sportarten mit schnellen Richtungswechseln (wie Tennis, Handball oder Fußball), durch langes Sitzen im Schneidersitz (etwa beim Meditieren), durch ständiges breitbeiniges Sitzen mit nach außen rotierten Beinen oder durch stundenlanges Sitzen auf harten Flächen (Travell & Simons, 2000).

Dem anatomischen Verlauf folgend spielt zudem der innere Hüftlochmuskel – der M. obturatorius internus – eine zentrale Rolle: Seine Faszie bildet die Wand des sogenannten Alcock-Kanals (Canalis pudendalis), durch den der Pudendusnerv zieht. Eine Dauerspannung des M. obturatorius internus verfestigt diese Faszie und übt direkten Druck auf den Alcock-Kanal aus, sodass Kompression und eine lokale Minderdurchblutung des Nervs entstehen können (analog zu den Beschreibungen von Holtkamp, 2007). Ebenso können Verspannungen des M. coccygeus (Steißbeinmuskel) und des benachbarten Ligamentum sacrospinale den Nerv einengen.

5. Unser Behandlungsangebot bei Pudendusneuralgie: Beckentherapie Bruckmann & Pohltherapie®

Leiden Sie unter einer diagnostizierten oder vermuteten Pudendusneuralgie und gehen die Beschwerden auf muskuläre und fasziale Spannungen zurück, können Sie auf drei Wegen aktiv gegensteuern:

1. Tägliches Übungsprogramm (ca. 25 Min.)

Beginnen Sie mit den sanften sensomotorischen Übungen aus dem Grundprogramm unseres Buchs "Unter der Gürtellinie" oder des entsprechenden Video-Online-Kurses. Führen Sie diese konsequent täglich über mindestens vier Wochen durch (Zeitaufwand: pro Tag etwa 25 Minuten). Vielen Betroffenen bringt bereits dies eine spürbare Erleichterung.

2. Manuelle Untersuchung & Therapie

Lassen Sie sich durch unsere spezialisierten Therapeutinnen und Therapeuten manuell untersuchen, um abzuklären, welche Muskel- und Faszienverspannungen bei Ihnen den Druck auslösen. Wir behandeln Sie persönlich in unseren Praxen in Saarbrücken oder Neustadt an der Weinstraße.

3. Fehlhaltungen & Gewohnheiten erkennen

Nutzen Sie unser Buch "Unter der Gürtellinie" oder eine Online-Sprechstunde, um herauszufinden, welche unbewussten Fehlhaltungen oder Alltagsgewohnheiten Ihre Beckenmuskulatur auf Spannung halten. Schon das Verstehen der Zusammenhänge nimmt viel Angst und Druck.

6. Bewährte Alltagstipps bei Pudendusneuralgie

In Bewegung bleiben

Bleiben Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten sanft in Bewegung. Gut geeignet sind zum Beispiel Schwimmen, sanftes Yoga, Spazierengehen, Walking oder lockeres Joggen, um die Durchblutung im Becken zu fördern.

Radfahren & Sattelwahl

Ein unpassender Fahrradsattel führt durch Druck auf den Damm oft zu Taubheit oder Missempfindungen. Lassen Sie sich im Fachgeschäft einen passenden Sattel anmessen (meist unter 100 Euro). Ist der Sattel optimal angepasst und die Muskulatur wieder gelockert, kann das Radfahren meist Schritt für Schritt wieder problemlos ausgedehnt werden.

Entspannung & Nervensystem

Sanftes Yoga oder andere Entspannungsverfahren helfen, aus dem Teufelskreis Schmerz → sorgenvolle Gedanken → noch mehr Muskelanspannung auszusteigen. Beobachten Sie achtsam, welche Übungen Ihnen guttun, und lassen Sie weg, was Beschwerden verstärkt.

Sitzen & Liegen

Werden Ihre Beschwerden im Sitzen stärker, nutzen Sie eine weiche Unterlage (Kissen). Ein Sitzring eignet sich nur kurzfristig als Erste Hilfe, da er auf Dauer die Oberschenkelrückseite verspannen kann. Hilft aktuell nur Liegen, führen Sie die sanften Körperübungen aus unserem Grundprogramm einfach im Liegen durch!

Im Stehen arbeiten bei Pudendusneuralgie – 6 wichtige Regeln:

Wenn Sie am PC gerne im Stehen arbeiten, weil Sie dabei weniger Beschwerden als im Sitzen haben, achten Sie auf folgende Punkte:

  • Gehen Sie zwischendurch immer wieder ein paar lockere Schritte.
  • Gehen Sie ab und zu tief in die Hocke – das hält die Knie beweglich und dehnt bzw. entspannt Gesäß und Beckenboden.
  • Beugen Sie immer mal wieder den Oberkörper entspannt nach vorne, sodass der Rücken rund werden darf (beugt Rückenschmerzen vor).
  • Vermeiden Sie es, das Gewicht ständig auf ein Bein zu verlagern (Standbein-Gewohnheit), da das Becken sonst in einen Schiefstand gerät.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie mit zusammengekniffenem Gesäß stehen – und lassen Sie die Gesäßmuskeln bewusst los.
  • Rollen Sie Ihre Oberschenkel zweimal in der Woche jeweils einige Minuten langsam und in alle Richtungen mit einer Faszienrolle aus und kombinieren Sie dies mit den Übungen aus dem Grundprogramm.

Pudendusneuralgie und Medikamente

Wenn Ihnen ärztlich verordnete Schmerzmedikamente helfen, den Alltag besser zu bewältigen, ist deren Einnahme sinnvoll. Verlassen Sie sich jedoch nicht allein auf Medikamente, ohne gleichzeitig Ihre Muskel- und Faszienverspannungen anzugehen – denn Medikamente dämpfen hier nur das Symptom, lösen aber nicht die mechanische Ursache.

Vom wiederholten Antibiotika-Einsatz ohne nachweisbare bakterielle Infektion ist abzuraten. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auch mögliche Wechselwirkungen, falls Ihnen Medikamente von verschiedenen Fachrichtungen verordnet wurden.

Verdauung & Verstopfung beachten

Starkes Pressen bei chronischer Verstopfung (Obstipation) erhöht den Druck im kleinen Becken und kann den Pudendusnerv zusätzlich reizen. Achten Sie auf ausreichend Bewegung, Flüssigkeit und Ballaststoffe (z. B. Flohsamenschalen) sowie ggf. eine Gabe von ca. 400 mg Magnesium pro Tag (statt dauerhafter Abführmittel).

Tipp: Prüfen Sie bei hartnäckiger Verstopfung auch Ihren Medikamentenplan mit Ihrem Arzt – Präparate wie Antidepressiva, Neuroleptika, Antiepileptika, Blutdruckmittel, Lipidsenker, Diuretika, Sedativa oder Opiate können Verstopfung als Nebenwirkung auslösen.

Und schließlich gilt bei Pudendusneuralgie: Bleiben Sie dran! Auch wenn die Beschwerden sehr belastend sind – es kann Schritt für Schritt besser werden, wenn Sie aktiv etwas tun.

7. Die Pudendusneuralgie in der medizinischen Fachliteratur

Pudendusneuralgie – Behandlungskonzept der Praxis Bruckmann In der anatomischen Standardliteratur schreiben Benninghoff und Drenckhahn (2014), dass eine strukturelle Läsion des Nervs eine Funktionsuntüchtigkeit der Schließmuskeln von Blase und Anus sowie Störungen der Geschlechtsfunktion verursachen könne. Auch bei Tanzberger (2013) werden Störungen der Sphinktermuskeln (Wind-, Stuhl-, Harn- und Belastungsinkontinenz) genannt.

Die Autoren des Anatomie-Atlas Prometheus (Schünke et al., 2019) beschreiben bei einer Schädigung ebenfalls einen Funktionsverlust des Beckenbodens einschließlich der Schließmuskeln von Blase und Darm (Harn- und Stuhlinkontinenz) sowie Störungen der Sexualfunktion (z. B. Erektionsstörungen beim Mann). Laut Travell und Simons (2000) können durch myofasziale Triggerpunkte und Nervenkompressionen Schmerzen im Damm, sexuelle Funktionsstörungen, Dyspareunie bei der Frau, Potenzstörungen sowie Schmerzen in der Leiste entstehen.

Roche et al. (2005) berichten, dass Frauen etwa doppelt so häufig von einer Pudendusneuropathie betroffen seien wie Männer. Beschrieben werden Parästhesien, einschießende ("elektrische") Schmerzen, die im Sitzen durch Druck zunehmen, Brennen, Fremdkörpergefühl im Rektum sowie Schmerzen, die tief in die Beckenorgane ziehen. Wiesner und Jost (2003) weisen darauf hin, dass Druckläsionen des Pudendusnervs (etwa bei langen Radtouren auf unpassenden Sätteln) akute Taubheit am Damm und Genital sowie Blasen-, Mastdarmentleerungs- und Ejakulationsstörungen auslösen können, während reine Geburtsverletzungen oder chronische Obstipation eher motorische als sensible Ausfälle zur Folge hätten.

8. Schulmedizinische Diagnostik und Therapie der Pudendusneuralgie

Pudendusneuralgie – Diagnostik und Verlauf in der Übersicht – Praxis Bruckmann Mithilfe neurologischer Untersuchungsmethoden (Messung der motorischen Latenzzeit des N. pudendus, Elektromyogramm/EMG) wird versucht, die Diagnose apparativ zu sichern – nahezu alle Fachautoren beschreiben diese Diagnostik jedoch als technisch schwierig und wenig trennscharf (Jost, 1997; Wiesner & Jost, 2003; Holtkamp, 2007).

In der klinischen Praxis wird daher häufig eine diagnostische und therapeutische Infiltration (Pudendusblockade) mit Kortikoiden und Lokalanästhetika unter bildgebender Kontrolle an den typischen Engpassstellen – meist im Bereich des Alcock-Kanals – durchgeführt. Verschwinden die Beschwerden dadurch vorübergehend, gilt dies als Hinweis auf eine Pudendusneuralgie. Als Dauertherapie eignet sich die Infiltration jedoch meist nicht, da die Wirkung bei wiederholter Anwendung oft nachlässt.

Roche et al. (2005) berichten in einer Untersuchung an 112 Patientinnen und Patienten, dass bei 60 % die Infiltration eine vorübergehende Besserung bewirkte, woraus teilweise die Indikation für eine chirurgische Dekompression (Neurolyse) abgeleitet wurde (Zugang meist transgluteal durch das Gesäß, seltener über Damm oder Vagina). Bei 65 bis 80 % der Operierten, die zuvor positiv auf die Infiltration angesprochen hatten, trat innerhalb eines Jahres eine langsame Besserung ein, während bei über 30 % keine Verbesserung erzielt wurde. Holtkamp (2007) untersuchte in seiner Dissertation Patientinnen und Patienten, bei denen die vorherige Pudendusblockade keinen Erfolg gezeigt hatte: Von 22 nachuntersuchten Operierten berichteten 10 über eine Besserung, 8 über keine Veränderung und 4 über eine Verschlechterung der Schmerzen.

Unser Fazit für Betroffene: Bevor invasive Eingriffe in Betracht gezogen werden (oder wenn Infiltrationen und Operationen keine ausreichende Linderung gebracht haben), lohnt es sich unbedingt, die muskulären und faszialen Engpässe rund um den M. piriformis, den M. obturatorius internus (Alcock-Kanal) und den Beckenboden durch die Beckentherapie Bruckmann und Pohltherapie® gezielt manuell untersuchen und behandeln zu lassen.

Zur Autorin: Renate Bruckmann hat mehrere erfolgreiche Fachbücher und Ratgeber im Droemer-Knaur-Verlag veröffentlicht (gemeinsam mit Tilo Mörgen). Sie ist Mitgründerin des Berufsverbandes der Pohltherapie® und langjährige Ausbildungsleiterin. Sie gibt Fachkurse zum Thema Beckenboden, hat die spezialisierte Beckentherapie Bruckmann entwickelt und leitet die Praxen in Saarbrücken und Neustadt an der Weinstraße.

Ihr nächster Schritt: Entlastung bei Pudendusneuralgie

Wir unterstützen Sie dabei, die muskulären und faszialen Ursachen Ihrer Pudendusneuralgie gezielt anzugehen – persönlich in unseren Praxen oder mit unseren strukturierten Selbsthilfe-Programmen für zu Hause:

1. Behandlung vor Ort & Online-Sprechstunde

Lassen Sie sich in Saarbrücken oder Neustadt an der Weinstraße körpertherapeutisch untersuchen und behandeln – oder besprechen Sie Ihre Befunde vorab in unserer Online-Sprechstunde.

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2. Selbsthilfe: Buch, Online-Kurse & App

Starten Sie direkt zu Hause mit dem 25-Minuten-Übungsprogramm aus dem Buch "Unter der Gürtellinie", unseren Online-Kursen für Frauen & Männer sowie der kostenlosen App "GesundMove".

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Literaturverzeichnis & wissenschaftliche Quellen zur Pudendusneuralgie (hier aufklappen)
  • Bruckmann, R. & Mörgen, T. (2020/2021): Unter der Gürtellinie – Unerklärliche Beschwerden im urogenitalen Bereich körpertherapeutisch verstehen und behandeln. München: Droemer Knaur. Mehr zum Buch
  • Benninghoff, A. & Drenckhahn, D. (2014): Taschenbuch Anatomie. München: Elsevier.
  • Holtkamp, R. (2007): Pudenduskompression – Klinische Erfahrungen eines Therapiekonzepts bei chronischen analen Schmerzen. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Hohen Medizinischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
  • Jost, W. (1997): Neurologie des Beckenbodens. Weinheim: Chapman & Hall GmbH.
  • Roche, B., Dembe, J.-C., Karenovics, W., Robert-Yap, J., & Cahana, A. (2005): Pudendusneuralgie. Coloproctology, 27(3).
  • Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U., Voll, M., & Wesker, K. (2019): PROMETHEUS LernAtlas der Anatomie. Stuttgart: Thieme (eRef Thieme, abgerufen am 22.04.2019).
  • Tanzberger, R. (2013): Entleerungsstörung Obstipation. In: Der Beckenboden – Funktion, Anpassung und Therapie (S. 237–239). München: Elsevier.
  • Travell, J. G. & Simons, D. G. (2000): Handbuch der Muskel-Triggerpunkte (1. Aufl.). München: Elsevier.
  • Wiesner, A. & Jost, W. (2003): Der chronische Beckenbodenschmerz aus der Sicht der Neurologie. In: W. Merkle (Hrsg.), Der chronische Beckenbodenschmerz – CPPS (S. 83–89). Darmstadt: Steinkopff.

Hinweise zum medizinischen Ausschluss

Praxis Saarbrücken

Sprechstunden: Mo.- Mi. nach Vereinbarung

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Heilpraktikerin
Pestelstr. 4
66119 Saarbrücken
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